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Schiermonnikoog im Zweiten Weltkrieg

Hafen mit Fischerbooten und Fähre im Morgenlicht

Besetzung im Mai 1940

Mitte Mai 1940 betraten die ersten deutschen Soldaten Schiermonnikoog. Die Insel wurde ein wichtiges Glied im Atlantikwall, der deutschen Verteidigungslinie entlang der Küste. Während des Krieges waren gut siebenhundert deutsche Soldaten stationiert, fast so viele wie Insulaner, etwa achthundert.

Das Bunkerdorf Schlei

In den Dünen bauten die Besatzer ein komplettes Dorf aus Bunkern, Radaranlagen, Baracken und Flakstellungen mit dem Codenamen Schlei. Sein Herz war der große Radarbunker De Wasserman auf einer hohen Düne, auch wenn der geplante Antennenmast nie darauf kam. Große Teile der Insel wurden Sperrgebiet. Die Bewohner durften sich fast nur noch im und um das Dorf bewegen, und der Tourismus kam zum Erliegen. Die Arbeit an den Stellungen bot den Männern der Insel jedoch Arbeit, wodurch viele dem Arbeitseinsatz in Deutschland entgingen. Ein Teil der Bunker ist heute im Bunkermuseum Schlei zu besichtigen.

Museen und Kultur

Vredenhof in Kriegszeiten

Auch in diesem Krieg wurden Tote angespült. Im August 1940 fand man achtzehn französische Soldaten am Strand, die bei der Evakuierung von Dünkirchen ums Leben gekommen und von der Strömung zur Insel getrieben worden waren. Auch abgestürzte alliierte Flieger erhielten ein Grab auf Vredenhof. Die deutsche Besatzung begrub sie mit militärischen Ehren. Auf Vredenhof liegen Freund und Feind nebeneinander: Menschen unter anderem aus Großbritannien, Frankreich, Kanada, Neuseeland, Australien, Polen, Marokko und Deutschland. Beim Totengedenken am 4. Mai erklingen dort die Nationalhymnen all dieser Länder.

Zuletzt befreit: 11. Juni 1945

Am 5. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Truppen in den Niederlanden, doch auf Schiermonnikoog ging der Krieg weiter. Mitte April 1945 war eine Gruppe von etwa 120 SS- und SD-Leuten aus dem berüchtigten Scholtenhuis in Groningen auf die Insel geflohen. Sie beschlagnahmten drei Bauernhöfe am Kooiweg. Die ersten kanadischen Truppen kamen am 25. Mai 1945 an. Erst am 11. Juni 1945 verließen die letzten deutschen Soldaten die Insel per Boot nach Zoutkamp. Damit war Schiermonnikoog das allerletzte Stück der Niederlande, das befreit wurde. Deshalb feiert die Insel ihre Befreiung noch immer am 11. Juni.

Spuren in der Landschaft

Viele Bunker sind verschwunden oder unter dem Sand verborgen, doch die Spuren des Krieges sind noch immer zu finden: De Wasserman, das Bunkermuseum Schlei und Vredenhof liegen nahe beieinander in den Dünen am Prins Bernhardweg und am Reddingsweg.

Zeitleiste: zwei Weltkriege auf Schiermonnikoog

Die wichtigsten Ereignisse aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg im Überblick. Filtern Sie nach Krieg oder tippen Sie auf ein Ereignis für mehr Erklärung.

Quellen

  • NOS, “Schiermonnikoog viert nu pas 80 jaar bevrijding” (2025)
  • VVV Schiermonnikoog, “80 jaar bevrijding Schiermonnikoog” (www.vvvschiermonnikoog.nl)
  • Omrop Fryslân, “De bevrijding van Schier kwam pas weken later”
  • Liberation Route Europe, “Schiermonnikoog in de Tweede Wereldoorlog”
  • IsGeschiedenis, “Schiermonnikoog: klein eiland maar een grote Duitse spil”

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